Geschichte

Der 8. März – Internationaler Frauentag

Plakat zum internationalen Frauentag 1928

Plakat zum internationalen Frauentag 1928

1910: In Kopenhagen beschließt die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz, an der mehr als 100 Delegierte aus 17 Ländern teilnehmen, auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages.

1911: Der 1. Internationale Frauentag findet am 19. März in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Die Forderung ist das ak­tive und passive Wahlrecht für Frauen. Mehr als eine Million Frauen gehen auf die Straße, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung.

1917: Am 8. März demonstrieren Frauen anlässlich des Internationalen Frauentags in St. Petersburg. In Textilfabriken streiken Arbeiterinnen und fordern andere auf, sich anzuschließen. Am 12. März mündet diese Unzufriedenheit in einen Aufstand – die Febru­arrevolution.

1921: Zur Ehre der Rolle der Frauen in der Februar­revolution wird auf der 2. Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau der 8. März als Internationaler Gedenktag eingeführt.

Demonstration im März 1929

Demonstration im März 1929

1922: Der Internationale Frauentag wird erstmals in verschiedenen Ländern einheitlich begangen.

Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Internationale Frauentag verboten und durch den Muttertag ersetzt, und es war unmöglich, den 8. März in gewohnter Form zu begehen.

1945: Das Bild der Frau als Mutter, wie es im Faschismus propagiert worden war, setzt sich fort.

1950er und 1960er Jahre: Der Kampf für Frauenrechte gerät durch das propagierte Ideal der Kleinfamilie scheinbar in den Hintergrund. Der Internationale Frauentag wird als Feiertag – und nicht als Tag der Kampf um Frauenrechte – begangen.

1970er Jahre: Die neue Frauenbewegung macht den Internationalen Frauentag zu einem Tag der Internationalen Frauensolidarität unter den Frauen aller Schichten und politischen Ausrichtungen.

1980er Jahre: Eine Strömung betrachtet den Internationalen Frauentag als allgemeinen „Frauenfeiertag“, eine andere Strömung versteht ihn wieder als internationalen Kampftag. Zu letzterer gehören vor allem die so genannten autonomen Frauen.

100 Jahre Internationaler Frauentag

100 Jahre 8. März

2011: Es geht um die Verwirklichung der Chancen­gleichheit, um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungs­prozessen und gesellschaftlichen Ressourcen. Nicht alle Probleme der Frauen von gestern sind die Probleme der Frauen von heute. Aber viele davon, zu viele!

In Graz wurde und wird seit Ende der 1970er Jahre der 8. März zum Kampftag ausgerufen, an dem politische Forderungen gestellt werden und Kritik geübt wurde und wird.

Das heutige UCI Annenhofkino (Annenstraße 29) war der Ort der ersten Versammlung zum Internationalen Frauentag in Graz. Aus diesem Grund wurde eine der 23 WOMENT! Würdigungstafeln dort angebracht.

Frauenpolitische Meilensteine in Österreich:

1918: Einführung des Allgemeinen Frauenwahlrechts

1975: Familienrechtreform

1976: Scheidungsreform

1978: Straffreier Schwangerschaftsabbruch (§144)

1979: Gleichbehandlungsgesetz

1986: Grete Schurz wird in Graz 1. Frauenbeauftragte Österreichs

1989: Wegweiserecht

1990: Johanna Dohnal wird 1. Frauenministerin Österreichs

1982: Ratifizierung der UNO-Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau

1997: Gewaltschutzgesetz

1998: Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung

2004: Vergewaltigung in der Ehe oder Lebensgemeinschaft gelten uneingeschränkt als Offizialdelikt

2009: Bundesverfassungsgesetz verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden zu Gender Budgeting

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Internationaler Frauentag, Renner Institut

100 Jahre Frauentag in Österreich